Herzlich willkommen!

Seit 2002 werden an der Medizinischen Fakultät der Universität Bern Simulationspersonen (SP) bei Prüfungen und seit 2009 auch im Kommunikationstraining eingesetzt. Sie kommen vorwiegend in der Ausbildung von Medizinstudent:innen und bei deren Prüfungen zum Einsatz. 

Wir bilden Simulationspersonen (SP) für den Einsatz an Trainings, Prüfungen und für Schulungsvideos im medizinischen Umfeld aus. Derzeit organisieren wir Skillstrainings und Prüfungen von mehr als viele hunderte Studierende pro Jahr aus verschiedenen Lehrgängen und auf mehreren Ausbildungsstufen.

Wir schaffen sichere, messbare und authentische Lern- und Prüfungserfahrungen für alle Studierenden der Medizinischen Fakultät in Bern. Wir unterstützen auch andere Institutionen und Kund:innen bei der Umsetzung ihrer Projekte.

Da über die Jahre sowohl die Anzahl der Prüfungen als auch die der Kommunikations-
trainings mit SP zugenommen haben, ist seitdem sowohl deren Zahl als auch das Team der SP-Trainer:innen kontinuierlich gewachsen. Derzeit sind mehr als 230 SP in unserem Programm tätig. Das Spektrum der Projekte erweitert sich stetig und so gibt es inzwischen auch vereinzelte Einsätze in der Ausbildung anderer Berufsgruppen bzw. in der Weiterbildung.

Simulationspatientinnen und Simulationspatienten (SPs) haben, um diese mal mehr, mal weniger ernst gemeinte Assoziation zu zerstreuen, nichts mit Hypochondern zu tun. Es handelt sich dabei um (Laien-) Schauspielerinnen und Schauspieler, die speziell geschult werden und im Rahmen von Aus-, Fort- und Weiterbildung im Gesundheitswesen die Rolle von Patientinnen und Patienten übernehmen, um glaubwürdige Übungs-, Prüfungs- und Feedbackszenarien zu ermöglichen (vergl. [1, 2]).

Peters T., Thrien C. (Hrsg.): Simulationspatienten», S. 13 (ISBN 9783456857565) © 2018 Hogrefe Verlag, Bern.

Unsere Vision und Mission

Vision

Optimale Unterstützung von Studierenden und Gesundheitsfachpersonen beim Erlernen und Prüfen von praktischen sowie kommunikativen Fertigkeiten.

Mission

Wir rekrutieren und schulen Profi- sowie Laienschauspieler:innen als SP zur Simulation von Personen in medizinisch relevanten Rollen.

Wir sorgen für sichere und unterstützende Arbeitsbedingungen der SPs und Mitarbeitenden.

Wir ermöglichen durch ihren Einsatz den Lernenden Selbst-Reflexion, effizientes Lernen und faire Prüfungen.

Wir leisten damit einen Beitrag zur medizinischen Aus-, Weiter- und Fortbildung, der am Ende den Patient:innen und dem Schweizer Gesundheitssystem gleichermassen zu Gute kommt.»

Wir richten das gesamte Programm an den internationalen «Standards of Best Practice» aus.
https://www.aspeducators.org/standards-of-best-practice-
https://www.inacsl.org/healthcare-simulation-standards-ql
https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/31211226/

Einsatzgebiete von Simulationspersonen

Die Simulationspersonen im Programm des BiSS kommen vorwiegend in der Ausbildung von Medizinstudent:innen und bei deren Prüfungen zum Einsatz. Das Spektrum der
Projekte erweitert sich allerdings stetig und so gibt es inzwischen auch vereinzelte Einsätze in der Ausbildung anderer Berufsgruppen bzw. in der Weiterbildung.

Die wichtigsten Einsatzgebiete sind:

  • Kommunikationstrainings
    Die Kommunikationstrainings der Medizinischen Fakultät der Universität Bern sollen Medizinstudent:innen auf herausfordernde Gesprächssituationen im Rahmen ihrer späteren Tätigkeit vorbereiten. Dazu werden sie mit verschiedenen Szenarien wie z.B. der Gesprächsführung am Telefon, dem Überbringen schlechter Nachrichten oder dem Aufklärungsgespräch vor einer Operation konfrontiert. Die Trainings werden in der Regel auf Video aufgezeichnet und dienen den Student:innen als Grundlage zur Selbstreflexion.

  • Prüfungen
    Die häufigsten Einsätze für SP im Programm entstehen im Rahmen von praktischen Prüfungen sogenannten «Objective Structured Clinical Examinations» (OSCE, ausgesprochen «oski»).

  • Fallerstellungsworkshops
    Die Szenarien, welche im Rahmen der OSCE simuliert werden, werden im Vorfeld der Prüfung von Fachexpert:innen aus der Klinik zusammen mit Expert:innen für die
    Prüfungsdurchführung aus dem Institut für Medizinische Lehre erarbeitet.

  • Prüfungsaufsicht
    Im Rahmen der Prüfungen fallen immer wieder auch Aufgaben an, die wenig mit der eigentlichen Tätigkeit als SP zu tun haben, wie z.B. Einrichtung von Prüfungsräumen, Prüfungsaufsicht in den Gängen, Catering, etc.. SP, die im Rahmen einer Prüfung nicht für die Simulation selbst eingesetzt werden, können bei Interesse auch solche Aufgaben übernehmen.

  • Videoproduktionen
    Im Rahmen der Vorbereitung von Prüfungen, aber auch für Lehrsituationen, e-Learning Ressourcen usw. produziert das Video-Team des Instituts für Medizinische Lehre Videos, bei denen SP zum Einsatz kommen.

    Details siehe INFOBLATT 1

Trainings

  • Rollenspiel
    Bevor SP zum Einsatz kommen, müssen sie die Szenarien trainieren, die sie darstellen werden. Ein Ziel des Trainings ist es, die Inhalte des Szenarios zu verstehen und auf die gleiche Weise immer wieder, standardisiert darstellen zu können. Das Training bereitet auf mögliche Fragen und Reaktionen von Student:innen (resp. Prüfungskandidat:innen) der Simulation vor. Es ermöglicht im Idealfall, den SP auch in unvorhergesehen Situationen fachgerecht zu improvisieren. Das Durcharbeiten und Einstudieren der Trainingsunterlagen vor dem Training, sowie die Teilnahme am Training sind obligatorisch.

  • Feedback
    Je nach Einsatz gehört neben einer Rollendarstellung auch das Geben von Feedback zu den Aufgaben von SP. Dies ist eine interessante aber auch eine herausfordernde Aufgabe. Das Team der SP-Trainer:innen hat Richtlinien und Strukturen erarbeitet, die unbedingt befolgt werden sollen. Wenn ein geplanter Einsatz das Geben von Feedback beinhaltet, so wird im Training entsprechend Zeit zum Übern dieser Kompetenz zur Verfügung gestellt. Feedback wird dabei als eine sehr komplexe Fähigkeit betrachtet, in der sich SP wie auch SP-Trainer:innen ständig weiterentwickeln. Aufgrund der Komplexität solcher Einsätze bevorzugen wir dafür Personen, die längerfristig an Einsätzen mit sich wiederholenden Trainings interessiert sind.

    Details siehe INFOBLATT 2

Qualitätssicherung

  • Kommunikationstrainings
    Feedback geben, ist eine komplexe Fertigkeit, die immer wieder neu geübt und weiterentwickelt werden kann und muss. Da einer der effektivsten Wege, sich zu verbessern, über das Erhalten von Feedback führt, gibt es für die Einsätze im Kommunikationstraining eine Struktur des «Feedback zum Feedback». Die Grundlage für dieses Feedback ist videobasiert: Seit 2013 besteht die Möglichkeit, die Gespräche des Kommunikationstrainings auf Video aufzuzeichnen. Ob ein Gespräch aufgezeichnet wird oder nicht, entscheiden die Student:innen im Rahmen ihrer eigenen Simulation. Die Videoaufzeichnungen ermöglichen es den SP, die von ihnen geführten Gespräche inklusive des Feedbackgesprächs nachträglich noch einmal anzusehen. 

  • Prüfungen
    Prüfungen haben für die Kandidat:innen, die sie durchlaufen, unter Umständen weitreichende Konsequenzen. Eine hohe Qualität der Prüfungsdurchführung ist daher unerlässlich. Aus diesem Grunde beobachten, erfassen und dokumentieren wir stichprobenartig die Qualität der Rollendarstellung während der Prüfungen.
    Für die Erfassung der Qualität der Rollendarstellung haben wir eine Zusammenfassung von Qualitätskriterien entwickelt. Die Zusammenstellung haben wir FAIR_OSCE genannt (Feedback structure for Assessment of Interactive Role-play in Objective Structured Clinical Exams). Die Vorgaben in dieser Liste sollen die Erwartungen der SP-Trainer:innen an die SP transparent machen sowie als Feedbackgrundlage von Trainer:innen an SP bezüglich ihrer Darstellung und neuen SP-Trainer:innen als Grundlage für ihre Arbeit dienen. Kopien des FAIR_OSCE erhalten Sie bei den SP-Trainer:innen.

    Details siehe INFOBLATT 3

CAS in Human Simulation

Aufbau und Weiterentwicklung von Simulationspersonen Programmen

Programmstart: März 2025*
*Unter Vorbehalt der Genehmigung durch den Senat der Universität Bern

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