Kontaktmanagement heisst die Devise zur Bekämpfung der COVID-19-Pandemie nach dem Lockdown. Bei der Umsetzung dieses Prinzips kommt den sogenannten Contact-Tracers eine zentrale Bedeutung zu, denn sie sind für die Rückverfolgung der Corona-Fälle zuständig. In der Praxis funktioniert das so: Sobald eine Person auf COVID-19 positiv getestet wird, treten die Contact-Tracers mit dieser Person in Verbindung. Gemeinsam rekonstruieren sie den wahrscheinlichen oder möglichen Ansteckungszeitpunkt und –ort und alle länger dauernden Kontakte der letzten Tage, bei denen andere Personen angesteckt worden sein könnten. Mit diesen Kontaktpersonen nimmt der Contact-Tracer dann auch Kontakt auf, um ihnen mitzuteilen, dass sie sich für 10 Tage in Quarantäne begeben müssen.

Was so einfach klingt, ist in Wirklichkeit eine anspruchsvolle Aufgabe und setzt fundiertes Wissen über die epidemiologischen Zielsetzungen des Contact-Tracings und Aspekte, wie z.B. den Datenschutz, voraus. Da das Contact-Tracing bisher in der Schweiz  ausserhalb von kantonsärztlichen Diensten, Spitälern und Lungenligen nicht zum Einsatz kam, mussten die Fachpersonen dafür erst ausgebildet werden. Die Zeit hierfür war bis Ende April 2020 sehr knapp. Binnen zwei Wochen konnte zusammen mit dem Kantonsarztamt Bern ein Online-Lehrgang erstellt werden, der neben den Lernmaterialien auch einen Test und ein Abschlusszertifikat beinhaltet. Der Lehrgang wurde innerhalb des Learning Management Systems ILIAS der Uni Bern realisiert. Das Online Lernangebot ist nicht öffentlich.

Dr. med. et MME Ulrich Woermann-Walthert Wissenschaftlicher Mitarbeiter, E-Learning-Koordinator Medizin, Bereichsleiter eLearning

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