Das professionelle Schminken stellt eine reale Situation dar, die für das praxisbezogene und frühe klinische Lernen in der Medizin einen grossen Mehrwert schafft. Diese Methode kommt auch bei standardisierten-praktischen Prüfungen zum Tragen.

Der Unterschied zwischen uns und der Filmindustrie?

Die Filmindustrie setzt professionelle MaskenbildnerInnen ein, wir auch. Unsere Fachperson aus dem Filmbereich arbeitet zusammen mit Ärztinnen und Ärzten von der Abteilung für Unterricht und Medien (AUM), um Krankheiten und Verletzungen wahrheitsgetreu nachzubilden.

Wie beim Film gibt es auch bei uns kaum Grenzen für die eingesetzten Materialien. Meistens arbeiten wir mit Silikon, Gelatine, Latex, einer grossen Farbenpalette, Tattoos und Objekten aus dem 3D-Drucker. Häufig werden mit diesen Materialen Moulagen hergestellt. Das sind Abformungen erkrankter Körperteile. Nicht realisierbar sind Krankheiten in der Mund- und Nasenhöhle.

Verglichen mit Hollywood unterscheiden wir uns vor allem in einer Sache: Bei uns wird nicht nur angeschaut, sondern auch angefasst. Im medizinischen Fachjargon heisst das Palpation! Diese zusätzliche Dimension macht die Arbeit für uns umso kniffliger. Dank dem Know-how unseres Teams und guter Zusammenarbeit mit fachspezifischen Klinikern konnten wir bereits einige Moulage-Techniken entwickeln, die unseren hohen visuellen und palpatorischen Anforderungen entsprechen. Aktuell arbeiten wir an der Weiterentwicklung der Benutzerfreundlichkeit von Moulagen. Unser Ziel ist es, realitätsnahe, fallspezifische, tastbare Moulagen zu produzieren, die auch von Laien sicher und zügig aufgetragen werden können. Ausserdem sind wir daran ein Archiv aufzubauen, damit Moulagen auch anderen Universitäten und Institutionen angeboten werden können.