Im Rahmen eines Auftrages für das Amt für Geoinformation des Kantons Bern haben wir einen interaktiven Prototypen für die Darstellung von ÖREB-Informationen entwickelt.

Der folgende Text ist ein Auszug aus der öffentlichen Fachzeitschrift «cadastre», Ausgabe Nummer 19 vom Dezember 2015. Der vollständige Artikel von Cornelia Nussberger ist unter dem Titel «Schwergewichtsprojekt Bern: Dynamischer Smart-Auszug aus dem ÖREB-Kataster» auf Seite 9 zu finden.

Mit dem «dynamischen Smart-Auszug» soll einer breiten Benutzergruppe eine einfach zu bedienende dynamische Alternative zum statischen Auszug des Katasters der öffenltich-rechtlichen Eigentumsbeschränkungen (ÖREB-Kataster) angeboten werden. Im Rahmen eines Schwergewichtsprojektes klärte der Kanton Bern, wie ein solcher dynamischer Smart-Auszug aussehen könnte . Nach dem Prinzip «mobile-first» wurde ein Mockup zur Illustration der erlangten Erkenntnisse entwickelt. Konzeptionell basiert der dynamische Smart-Auszug auf dem XML-Auszug des ÖREB-Katasters und präsentiert dessen Inhalte in Form einer HTML/CSS/Javascript-Applikation.

Ausgangslage

Anfang 2014 schalteten die ersten Pilotkantone ihren Kataster der öffentlich-rechtlichen Eigentumsbeschränkungen (ÖREB-Kataster) auf. Dabei verfolgten alle die Strategie, den dynamischen Auszug des ÖREB-Katasters als klassischen GIS-Viewer - bestehend aus einem Kartenfenster, Themenbaum und den bekannten Kartenfunktionen wie Zoom, Informationsabfrage etc. - umzusetzen, welcher sich möglichst nahtlos in das bestehende Layout des jeweiligen Geoportals einfügt.
Bereits bei der Kartenerstellung zeigte sich, dass die Darstellung der 17 ÖREB-Katasterthemen, welche zum Teil in sich eine grosse Komplexität aufweisen, in einer einzigen Karte eine komplexe Aufgabe ist. Nach der Aufschaltung bestätigte sich dies in allen Lösungen durch komplexe Themenbäume und in vielen Fällen durch überladene Kartenbilder. Sich über die verschiedenen ÖREB-Katasterthemen in einem dynamischen Auszug eine Übersicht zu verschaffen, fällt entsprechend schwer.

Zielsetzung

Motiviert durch die geschilderte Ausgangssituation, entschied sich der Kanton Bern, ein Schwergewichtsprojekt zu lancieren. Ziel war, einen neuartigen Zugang zum ÖREB-Kataster zu konzipieren, welcher sich möglichst nicht in der «GIS-Logik» der bestehenden Lösungen der Pilotkantone bewegt und möglichst einfach zu bedienen ist.

Im Rahmen des Schwergewichtprojektes sollte mittels einer Studie geklärt werden, wie ein ganz einfacher Zugang zur ÖREB-Katasterinformation aussehen kann. Zur Illustration der Resultate sollte zudem ein nichtfunktionstüchtiger Prototyp, ein sogenannter Mock-up, erarbeitet werden. Vorgängig zur eigentlichen Konzipierung des neuen Zugangs sollte zudem eine UsabilityAnalyse der bestehenden ÖREB-Katasterportale durchgeführt werden.
Bei der Konzeption des neuen Lösungsansatzes - des dynamischen Smart-Auszugs - galt es folgendes zu beachten:

  • Der dynamische Smart-Auszug soll von der Benutzerinteraktion her in allen Kantonen in der gleichen Art umgesetzt werden können.
  • Er soll auch auf mobilen Geräten (Smartphones und Tablets) einsetzbar sein.
  • Als Grundlage soll der im Rahmenmodell des ÖREBKatasters enthaltene XML-Auszug dienen. Auf diese Weise wird angestrebt, dass die zugrundeliegenden, kantonsspezifischen Prozesse zur Speisung des dynamischen Smart-Auszuges nicht zusätzlich angepasst werden müssen.

Umsetzung und Ergebnisse

Für die Konzipierung des dynamischen Smart-Auszugs und die Ausarbeitung des Mockups wurde ein mehrstufiges Vorgehen gewählt:

  • Zunächst erarbeitete das U5-Team auf Basis der Erkenntnisse der vorgängigen Analyse und in Zusammenarbeit mit dem Kanton Bern ein Konzept für den neuartigen Zugang.
  • Anschliessend wurde der Konzeptentwurf in einem breiter abgestützten Workshop mit Teilnehmern weiterer Pilotkantone und der eidgenössischen Vermessungsdirektion kritisch geprüft und weiterentwickelt.

Der dynamische Smart-Auszug soll möglichst konfigurierbar aufgebaut sein, sodass er einfach von anderen Kantonen und vom Bund übernommen werden kann. Um die breite Einsetzbarkeit des dynamischen SmartAuszuges zu validieren, soll dieser nach der Ausarbeitung für den Kanton Bern durch weitere Pilotkantone und den Bund ebenfalls eingebaut werden.

Kontakt

Stephan Schallenberger Interaktionsdesigner, Senior Usability-Experte

stephan.schallenberger (at) iml.unibe.ch

Projektinformationen

Phase Pilotprojekt: 2014-2018
Bau-, Verkehrs- und Energiedirektion des Kantons Bern
www.agi.bve.be.ch

Cornelia Nussberger Amt für Geoinformation des Kantons Bern

+41 31 633 33 22
cornelia.nussberger (at) bve.be.ch